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Aufsteigende Tendenz: Geistliche Wanderung mit Engeln

Steingaden, 06.06.2013, Militärseelsorge.
Drei Tage lang durchstreiften Soldaten und Zivilangestellte der Bundeswehr aus Mainz und Koblenz die Naturschönheiten des Allgäus. Dabei dienten Wasser, Berge und Himmel dazu, sich mit himmlischen Boten und dem, der sie schickt, zu beschäftigen.

Bundeswehrangehörige aus Mainz und Koblenz pilgern auf einer Rüstzeit durch das Allgäu

Pilgerzug von vorne (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Zu einer geistlichen Wanderung zum Thema „Engel“ lud die Militärseelsorge an den Standorten Mainz und Koblenz Soldaten und Zivilangestellte nach Steingaden ein

Zum besseren Kennenlernen konnten sich die Teilnehmenden Zitate aussuchen, in denen Engel vorkommen, und waren dann eingeladen, anhand dieser Zitate über Erfahrungen mit Engeln aus ihrem eigenen Leben zu berichten. Militärpfarrer Karsten Wächter (Koblenz I) machte die Vielfalt der Erscheinungsformen und Wirkungsweisen deutlich und er betonte: „Engel sind ohne ihren Bezug auf Gott Märchenfiguren. Ihre Hauptaufgabe ist es, Botschaften Gottes zu vermitteln.“

Die Pilgergruppe überquert nach einer stillen Minute auf der Brücke den Fluss Ammer

Brücke über die Ammer (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Am folgenden Tag wurde die Rüstzeit zur Wanderrüstzeit. Nach einer Morgenandacht zur Begegnung Jakobs mit Gott am Flüsschen Jabbok ging es zur Ammer, einem der größeren Flüsse, die aus den Alpen kommen. Tief eingeschnitten in das Alpenvorland und grün-kalt zieht sie ihre Bahn. Auf einer Brücke leitete Wächter zu einer stillen Minute an, die nur dem Hören galt. Die Geräuschevielfalt von Wasser, Bäumen und Vögeln war berückend. Um die Mittagszeit erreichte die Gruppe die Fatimakapelle bei Saulgrub. Diese Kapelle wurde nach dem ersten Weltkrieg von einem aus Gefangenschaft zurückgekehrten Soldaten gebaut, der damit sein Gelübde einlöste.

Die Pilgergruppe hält Rast bei einem Holzbauern

Mittagsrast beim Holzbauern (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Einige Zeit später feierten die Militärpfarrer Alexander Liermann (Mainz) und Wächter eine Tauferinnerung. Umgeben von der wild-romantischen Naturkulisse eines von der Ammer geschaffenen Felskessels, diente eine Silberschale voll Wasser der Ammer dazu, die Mitgekommenen daran zu erinnern, dass und warum sie getauft sind. Der Fluss war ein Sinnbild dafür, dass wir durch das Wasser der Taufe zu Menschen geworden sind, die immer wieder neu anfangen können, d. h. für uns gibt es immer eine andere Seite. Wieder zurückgekehrt, ging der Tag mit einem akustischen „Betthupferl“ zu Ende, bei dem einer der Pfarrer ein Lied der zeitgenössischen Popmusik mit Engelbezug vorstellte.

Vom Auerberg aus hat man einen herrlichen Ausblick über die Allgäuer Landschaft

Allgäuer Landschaft vom Auerberg aus (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Am zweiten Tag führte der Weg die Gruppe in die Höhe des Alpenvorlandes. Der „heilige“ Auerberg war das Ziel. Der von einer Kirche dominierte Berg hat eine keltische, römische und christliche Geschichte. Der Aufstieg durch das „Feuersteintal“, das wie das miniaturisierte Ammertal wirkt, war vom Schweigen geprägt. Zuvor hatte Liermann dazu aufgefordert, unter den vielen Etappen des Bachlaufs nach einer Stelle zu suchen, die gerade zum Leben eines jeden passt. „Sammelt sich für dich gerade neue Energie in einem großen ruhigen Becken oder rauscht das Leben mit dir gerade über eine Kaskade hinweg? Fühlst du dich im Nebenarm oder im Hauptstrom?“ Dann schwieg die Gruppe bis zum Erreichen der Auerbergkirche. Dort hob Wächter die Schweigeetappe auf.

Die Wandergruppe beim Gruppenbild auf dem Brettelsweg durch ein Moorgebiet

Auf dem Brettelsweg durchs Moor (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Nach der Mittagsetappe wurde mit Fahrzeugen zur Wieskirche verlegt, wo Pfarrhelfer Jörg Bertram (Mainz) wie so oft zur leiblichen Stärkung einlud, nachdem Wächter eine kurze Führung in der beeindruckend schönen und theologisch heiteren Rokokokirche gemacht hatte. Still wurde es an diesem Tag nochmals: Beim Gang über den Brettelsweg durch das nahe gelegene Moor waren der Ernst und die Strenge dieser stillen Landschafsform eine Andacht ohne Worte.

Ein Teil der Rüstzeitgruppe bei einer ausgedehnten Bergwanderung tief in die Allgäuer Alpen hinein

Teilgruppe im Hochgebirge (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Am dritten und letzten Tag wurde ein Novum versucht: Die Gruppe teilte sich, um im Gebirge aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander zuzuwandern. Bei der Begegnung sollten dann die Fahrzeugschlüssel getauscht werden. So konnte ohne große Transportzeiten tief in die Allgäuer Alpen hinein gewandert werden. Die „Genussgruppe“ startete mit einer Bergfahrt der Buchinger Bergbahn. Die „Leistungsgruppe“ startete nahe des Schlosses Linderhof. Es wurde für beide Gruppen eine ausgedehnte Bergwanderung, die von strömendem, stürzendem Wasser, schroffen Felsen und parkartig schönen Almwiesen geprägt war. Als sich beide Gruppen unweit der Kenzenhütte begegneten, war die Erleichterung groß: Der Plan ging auf. Hier wurde dann eine Abendmahlsfeier gehalten. Auf einem großen Stamm war der Altar hergerichtet und zwischen Himmel und Erde erinnerten Wächter und Liermann erneut an Gottes Gegenwart – sei es in Brot und Wein, sei es in seinen Boten, den Engeln. Kurze Zeit nachdem sich die Gruppen wieder getrennt hatten, kam etwas „Wehmut“ darüber auf, dass diese intensive Begegnung so rasch vorbei war. Eine Erfahrung, die den gefeierten Gottesdienst zum Abbild von Begegnungen im Leben überhaupt machte.

Darstellung des erlösten Christus in der Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies bei Steingaden

Erlöster Christus in der Wieskirche (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Zurück im Karl-Eberth-Haus wartete Bertram am Grill auf die Rückkehrer, um an einem milden Frühsommerabend mit ihnen gut zu essen und zu trinken. In der sich anschließenden Gesprächsrunde wurde deutlich: Für Teilnehmer, Teilnehmerinnen und Durchführende war diese Rüstzeit eine geistlich wie körperlich besonders anregende Zeit, die sich ausnahmslos alle für das kommende Jahr wieder wünschen. Zum Abschluss des Abends erhielt jeder und jede eine Urkunde, die Pfarrhelfer Bertram angefertigt hatte. In ihr wurde dokumentiert, dass man „erfolgreich“ an der Pilgerrüstzeit 2013 teilgenommen habe.

Nach einem persönlich zugesprochenen Reisesegen am Abreisetag galt es sich zurück in die Niederungen und Höhen des Alltags zu begeben – begleitet von der Ahnung um Engel.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: Alexander Liermann


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