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50 Jahre in gemeinsamer Verantwortung

Am 22. Februar 1957 wurde der Militärseelsorgevertrag zwischen der Bundesrepublik und der Evangelischen Kirche geschlossen. Am Jubiläumstag wird in Köln-Wahn gefeiert.

Vertragsunterzeichnung 22.02.1957

Vertragsunterzeichnung 22.02.1957 (Quelle: Archiv EKA)Größere Abbildung anzeigen

Sie hatten keine Berührungsängste. Hochrangige Vertreter von Staat und Kirche berieten schon vor der Gründung der Bundeswehr über den Beitrag, den die Evangelischen Kirchen zur "Armee in der Demokratie" leisten wollten. Denn die Kirchen hatten aus den Erfahrungen des Nationalsozialismus und der Rolle der Wehrmacht den Schluss gezogen: Beim Neuanfang in Deutschland wollten sie sich einmischen, wollten mithelfen, dass die junge und historisch schwach verwurzelte Demokratie dieses Mal gelingt. Mit diesen Ideen waren sie nicht allein.
Die Väter der "Inneren Führung" um Wolf Traugott Graf von Baudissin hatten ebenfalls das Ziel, einen "Staat im Staat" zu verhindern und statt dessen den "Staatsbürger in Uniform" zu fördern. Aus kirchlicher Sicht bedeutete dies, dass auch der Christ in Uniform ermöglicht werden sollte - im bewussten Gegensatz zu glaubensfeindlichen Strömungen in den nicht-demokratischen Armeen anderer Zeiten und Systeme.Am Ende der Verhandlungen um den evangelischen Beitrag zur Militärseelsorge stand ein Vertragswerk, das in dieser Form historisch ohne Vorbild und bis heute international einmalig ist.
Der Militärseelsorgevertrag regelt die Seelsorge in der Bundeswehr als gemeinsame Aufgabe unter alleiniger inhaltlicher Verantwortung und Aufsicht der Kirchen bei gleichzeitiger organisatorischer und finanzieller Verantwortung des Staates. Die Militärgeistlichen bleiben Zivilisten, unterstehen einem Militärbischof, der nicht Teil der Bundeswehr ist, und bleiben an Ordination und Bekenntnisse ihrer jeweiligen Landeskirchen gebunden, in die sie nach einer befristeten Zeit in der Militärseelsorge zurückkehren.
Nach 50 Jahren sind die Vertragspartner sich einig, dass dieses Modell sich bewährt hat. Zum Jahrestag der Unterzeichnung treffen sich hochrangige Vertreter von Kirche und Staat, an ihrer Spitze Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundesminister Dr. Franz-Josef Jung, Bischof Dr. Wolfgang Huber und Militärbischof Peter Krug in Köln-Wahn.
Über Bundeswehr-TV werden Gottesdienst und Festakt weltweit übertragen.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


http://www.eka.militaerseelsorge.bundeswehr.de/portal/poc/eka?uri=ci%3Abw.milseels_eka.geschich.50jahre_milseels