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Kirche und Frieden

Mit der Wiedervereinigung hat sich die politische Lage in Europa und der Welt geändert. Die Ost-West-Konfrontation ist Vergangenheit.
Stattdessen sind wir Zeuge von Krisen und militärischen Auseinandersetzungen in Europa und in der Welt. Die Bundeswehr ist heute in vielen Krisengebieten im Einsatz.
Damit stellt sich die Frage nach der Rolle des Soldaten und seiner Verantwortung für Recht und Frieden – nicht nur im eigenen Land, sondern auch in anderen Ländern – neu.
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat daher schon im Januar 1994 eine Schrift veröffentlicht mit dem Titel "Schritte auf dem Weg des Friedens", die auch für den Soldaten wichtige Aussagen enthält:

  1. Friede ist fortwährend bedroht und wird immer wieder gebrochen. Um den Frieden zu erhalten und wieder herzustellen, müssen verschiedene Wege gegangen und unterschiedliche Mittel angewendet werden...“ (S. 15 Kap. III 2 d)
  2. „Vom Einsatz militärischer Gewalt darf ... nicht mehr erwartet werden, als er zu leisten im Stande ist. Er ist nicht hinreichend, um Konflikte zu lösen und Frieden zu schaffen, aber er kann als Nothilfe die Ausübung rechtswidriger Gewalt eindämmen und den Weg zu
    friedlichen Lösungen offen halten und ebnen ...“
    (S.16Kap. III 2 f)
  3. „... ist die Benutzung militärischer Macht umso eher zu vertreten, je enger sie im Sinne von Notwehr und Nothilfe auf den Schutz bedrohter Menschen, ihres Lebens, ihrer Freiheit unter demokratisch-rechtsstaatlichen Strukturen ihres Gemeinwesens bezogen
    bleibt und je gezielter und begrenzter sie nur die militärischen Angriffsmittel zerstört. Kirchen und Christen haben mit allem Nachdruck den alleinigen Sinn dieser Benutzung anzumahnen und darum auf die Minimierung des Einsatzes solcher Machtmittel zu dringen ...“
    (S. 17 Kap. III 2 f)
  4. „Was friedensethisch und friedenspolitisch für die anderen Staaten der Vereinten Nationen gilt, das gilt auch für Deutschland; was für kanadische oder italienische Soldaten gilt, das gilt auch für deutsche.
    Gerade weil Deutschland militärische Gewalt in verbrecherischer Weise missbraucht hat und durch den Einsatz militärischer Gewalt von einer Schreckensherrschaft befreit worden ist, hat das demokratische Deutschland allen Grund, sich im Rahmen der Vereinten Nationen oder von diesen gemäß Art. 52-53 ChVN ermächtigten oder beauftragten regionalen Organisationen an der Abwehr von Aggressionen und Friedensbedrohungen und an der Wiederherstellung des Rechts zu beteiligen...“
    (S.31 Kap. IV 1 d)
In der 2007 veröffentlichten Denkschrift "Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen" werden diese Grundhaltungen bestätigt. Hier betont die Evangelische Kirche besonders das Leitbild vom "gerechten Frieden".

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Stand vom: 27.11.13


http://www.eka.militaerseelsorge.bundeswehr.de/portal/poc/eka?uri=ci%3Abw.milseels_eka.geschich.kircheu