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Ethik des Politischen stärken

Koblenz, 30.04.2019, Militärseelsorge.

In der Koblenzer Hoffnungskirche wurde Militärdekan Roger Mielke feierlich in sein Amt eingeführt
Einführung von Militärdekan Mielke (Quelle: Militärseelsorge/Roger Töpelmann)Größere Abbildung anzeigen

Am Zentrum Innere Führung (ZInFü) hat der Evangelische Militärbischof Dr. Sigurd Rink Militärdekan Dr. Roger Mielke in sein Pfarramt eingeführt. Rink sagte, in der neuen Aufgabe gehe es um Grundsätze des soldatischen Lebens und Dienens, um eine Führungskultur, die die Armee an die Demokratie binde, sodass Uniformierte in ihrem Mensch-Bleiben eine Stütze erfahren. Das Militär dürfe den Menschen nicht ganz und gar vereinnahmen, dazu trage die freie Botschaft des Evangeliums bei. „Dafür brauchen wir Zeugen wie Sie, Bruder Mielke“, so Rink.

In seiner Predigt in der Koblenzer Hoffnungskirche hatte Mielke gesagt, die Innere Führung der Bundeswehr sei weltweit singulär. Angesichts neuer Waffentechnologien oder eines „Cyberwar“ brauche es eine Ethik, bei der die Persönlichkeit des Soldaten obenan stehe. Die Seelsorge in der Bundeswehr könne für Unterbrechungen einstehen, für Freiräume, für Sinn und Kohärenz, die niemand selbst herstelle, sondern die geschenkt sei. „Das Evangelium ist in seinem Kern Friedensbotschaft, sie ist nicht affirmativ, sie ermöglicht, eigene Rollen zu hinterfragen“, so der Prediger. Die besondere Autorität des Evangeliums liege in der Autorität des bittenden Christus.

Militärdekan Roger Mielke bei seiner Einführungs-Predigt in der Koblenzer Hoffnungskirche
Militärdekan Mielke bei seiner Predigt (Quelle: Militärseelsorge/Roger Töpelmann)Größere Abbildung anzeigen

Zu Beginn hatte die Leitende Militärdekanin Petra Reitz (Köln) hervorgehoben, Mielke sei in der Evangelischen Michaelsbruderschaft beheimatet, einer internationalen geistlichen Gemeinschaft der Kirche. Sie verlas die Urkunde zur Amtsübernahme, die den Geistlichen neu auf seinen Ordinationsvorhalt und den kirchlichen Dienst in den Streitkräften verpflichtet.

Bei einem anschließenden Empfang im ZInFü würdigte Generalmajor Reinhardt Zudrop die bereits seit 60 Jahren existierende Begleitung der Soldaten durch die Militärseelsorge. Es sei das Verdienst von Wolf Graf von Baudissin, dass ethische Bildung der Soldaten ihren Platz in der Armee habe. „Sie liegt allen besonders am Herzen“, sagte er abschließend.

Für die Friedensarbeit überbrachte der ehemalige Leitende Militärdekan Horst Scheffler Grüße zur Einführung. Militärdekanin Anne Peters-Rahn sprach als direkte Vorgängerin des neuen Pfarrers, dessen Amtsübernahme eine einjährige Vakanz beendete.

Der Militärdekan war zuletzt im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) als Oberkirchenrat Referent für Fragen öffentlicher Verantwortung, Frieden und Sicherheitspolitik sowie Grundfragen politischer Ethik zuständig. In seiner sechsjährigen Tätigkeit beschäftigte er sich zudem mit Spiritualität und Kontemplation. Er ist Mitglied der Evangelischen Michaelsbruderschaft, einer der ältesten und größten geistlichen Gemeinschaften in der evangelischen Kirche, die sich seit ihrer Gründung 1931 darauf ausrichtet, zur inneren Erneuerung der Kirche beizutragen.

Mielke hat in den achtziger Jahren in Wuppertal, Tübingen und Erlangen Evangelische Theologie studiert. Der in Systematischer Theologie Promovierte war 18 Jahre Gemeindepfarrer in Neuwied und Bendorf. Ein Magisterstudium im Hauptfach Soziologie und eine Ausbildung in Systemischer Beratung (DGSF) hat er abgeschlossen. An der Universität Koblenz-Landau ist er Lehrbeauftragter für Evangelische Theologie.


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Stand vom: 03.05.2019 | Autor: Roger Töpelmann


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